Daniela Ponomarevová

Zeitraum: Februari – Mai

@strumka_540

Daniela Ponomarevová (*1998, Moravská Třebová) ist bildende Künstlerin und Zeichnerin, deren Arbeit Zeichnung, Malerei, Objekte, Installationen und Text miteinander verbindet. Sie bedient sich origineller, postkonzeptueller Ansätze, darunter Analysen und Montageanleitungen für einzelne Werke. Seit 2024 ist sie Doktorandin an der Fakultät für Bildende Künste der BUT in Brünn. Im Jahr 2025 wurde sie Finalistin für den Kritikerpreis für junge Malerei.

Daniela beschäftigt sich mit den Bildern von Jahrmarktsattraktionen, „Werbesmog“ und digitalen „Aufmerksamkeitsfängern“, die ein breites Spektrum visueller Darstellungen umfassen: von TikTok-Videos, Reality-Shows und Food-Porn bis hin zu B-Movie-Horror-Komödien, Hollywood-Filmen und IKEA-Gemälden. Sie versteht all diese Bilder als „Symptome“ einer zeitgenössischen Kultur, die von Aufmerksamkeit besessen ist.

Sie versteht den Jahrmarkt als existenzielle Metapher für die heutige Welt: eine Umgebung permanenter Sättigung, visueller Konkurrenz und Ungleichheit.

Auf der Grundlage dieser Forschung entwickelt sie ihr Konzept der Post-Fairground Attraction. Dabei handelt es sich um hybride Werke, Zeichnungen und Objekte, die widerspiegeln, wie die Ästhetik und die performativen Prinzipien des Jahrmarkts in Form von Restzeichen in die zeitgenössischen Medien und den öffentlichen Raum übergreifen.

In einer Galerie fungieren diese Werke als ambivalente Objekte, die drei Bedeutungsebenen repräsentieren: ein zeitgenössisches kritisches Werk, eine leere Kulisse und eine ansprechende Attraktion, die gleichzeitig komisch und beunruhigend ist. Anstatt die Realität nachzuahmen, lässt Daniela sie in einer neuen „Version auf Steroiden“ wiederaufleben: so verzerrt und aufgebläht, dass sie nicht mehr betrachtet werden kann.

Medium:

In ihrer künstlerischen Praxis verwendet sie vor allem Zeichnungen und gefundene Pappe, die sowohl als Zeichnungsträger als auch als strukturelles Element für die Schaffung ihrer „Post-Fairground“-Objekte dient. Hier erhält Pappe eine konzeptuelle Bedeutung; sie ist ein Symbol, das Spuren von Konsum, Zirkulation und Logistik bewahrt. Als demokratisches Material ermöglicht es ihr, das Paradox zwischen seiner Billigkeit und seiner trashigen Natur, seiner ursprünglichen Funktion als Verpackung und seiner Verwandlung in ein autonomes Kunstwerk, das in einer Galerie ausgestellt wird, zu erforschen. Das Leitmotiv dieses Prozesses ist die Beschichtung von Kartonoberflächen mit detaillierten Acrylzeichnungen, die mit einer Punktiertechnik erstellt wurden.

Die Künstlerin bezeichnet diese Methode spielerisch als „DIY-Airbrush“. Die Zeichnungen ähneln oft Digitaldrucken, sodass dem Betrachter häufig nicht bewusst ist, wie viel Handarbeit dahintersteckt. Dadurch entsteht eine visuelle Illusion, die handgefertigte Kreationen den massenhaft verbreiteten digitalen Bildern gegenüberstellt.

Forschungskontext:

In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Daniela die Natur von Unterhaltung, Langeweile und Spektakel im Kontext der zeitgenössischen Kunst. Ihre handgefertigten Werke hinterfragen die im Alltag verwurzelten ästhetischen Vorlieben und kulturellen Hierarchien und schaffen gleichzeitig einen Raum, um die Bedeutung der visuellen Kultur und die Rolle der Aufmerksamkeit in der modernen Welt zu überdenken.