Zeitraum: Aug – Okt 2026
Jungwon Phee (geb. 1993) ist ein in Seoul und New York lebender Künstler. In seinem Schaffen untersucht er die Beziehung zwischen Erinnerung, Wahrnehmung und Material durch eine konsequente Auseinandersetzung mit der Abstraktion. Ausgehend von seinen Lebenserfahrungen in Kanada, den Vereinigten Staaten und Korea spiegeln Phees Arbeiten einen fortwährenden Dialog zwischen persönlicher Geschichte und sich wandelnden kulturellen Kontexten wider.
Im Mittelpunkt seines Schaffens steht die Verwendung schwarzer Oberflächen, die durch Schichten aus Tinte, Gesso und Pigmenten entstehen. Schwarz fungiert dabei nicht einfach als Farbe, sondern als struktureller Untergrund, auf dem sich im Laufe der Zeit Formen, Gesten und Spuren ansammeln. Geradlinige Elemente wie Quadrate und Streifen tauchen sporadisch auf diesen Oberflächen auf und dienen als räumliche Markierungen, die Momente der Wahrnehmung, Erinnerung und Transformation festhalten. Phees Gemälde entstehen durch einen sich wiederholenden Prozess aus Schichtung, Unterbrechung und Überarbeitung.
Risse, Knicke und Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche werden nicht korrigiert, sondern als Teil der sich entwickelnden Struktur des Werks integriert. Durch diese iterative Methode halten die Gemälde den Lauf der Zeit fest und offenbaren zugleich die Spannung zwischen Kontrolle und Zufälligkeit.
Zu den jüngsten Einzelausstellungen zählen „Into Drawing 51: Archival Painting“ im SOMA Drawing
Center, Seoul, Korea (2025), „Ma“ in der Gallery Hayashi + Art Bridge, Tokio, Japan (2025), „From Darkness“ im Space Hyeong, Seoul, Korea (2024), „Abstraction of Black Space and Memory“ bei The Reference, Seoul, Korea (2024), „Confluence“ bei Seojung Art, Seoul, Korea (2022) und „Emotional Layers“ im Seongnam Art Center, Gyeonggi, Korea (2022). Seine Arbeiten waren zudem in Gruppenausstellungen zu sehen, darunter „Art Auction 14“ in der Weserhalle, Berlin, Deutschland (2025), „New Independent: Crossword“ im Yangpyeong Museum of Art, Gyeonggi, Korea (2025), „Ecocycle“ in der Kornfeld Galerie Berlin und bei 68projects, Berlin, Deutschland (2025) sowie „Instead of a Result, a Process“ in der M5 Gallery, Tokio, Japan (2023).
Zu Phees aktuellen und bevorstehenden Projekten gehören eine vom Seoul Museum of Art (SeMA) organisierte Wanderausstellung durch Nord- und Südamerika, die für 2026 geplant ist, sowie ein Residenzaufenthalt beim Leipzig International Art Programme (LIA) in Leipzig, Deutschland, im August 2026. In diesen Kontexten setzt Phee ihre Auseinandersetzung mit der Abstraktion als Mittel fort, Wahrnehmung, Erinnerung und Bewusstsein durch materielle Form festzuhalten.

