Künstlerresidenzen im Rahmen des kulturellen Austauschs zwischen Krakau und Leipzig

Ein Bericht der Stadt Krakow (Krakau) über den gegenseitigen Künstleraustausch mit der Partnerstadt Leipzig im Jahr 2018. Die beiden Leipziger Künstler Maria Schumacher und Sebastian Gögel hatten die Möglichkeit, im April 2018 in Krakau zu leben und zu arbeiten. Zum Lesen des Artikels aus Polnisch bitte auf das Bild klicken.

Ein Rückblick auf das Projekt „Neue Perspektiven: Leipzig trifft Krakau“ ist hier zu finden.

Übersetzung:

Künstlerresidenzen im Rahmen des kulturellen Austauschs zwischen Krakau und Leipzig

Dank der Unterstützung der Fakultät für Kultur und nationales Erbe der Nicolaus-Copernicus-Universität und des Internationalen Kunstprogramms Leipzig (LIAP) konnte im April 2018 die erste Ausgabe der Residenz für Künstler aus dem Bereich der bildenden Kunst organisiert werden.

 Die initiierten Aktivitäten waren ein wichtiges Element des künstlerischen Austauschs zwischen Krakau und Leipzig, und ihre positiven Auswirkungen haben die Chance, die Zusammenarbeit zwischen den künstlerischen Umgebungen beider Städte zu entwickeln. Die Entscheidung des Kulturministeriums der Universität Nicolaus Copernicus, die Residenz zu finanzieren, hatte großen Einfluss auf die Intensivierung der Kontakte zwischen Partnerstädten im Kulturbereich.

Zum Jubiläum des 45. Jahrestages der Partnerkooperation zwischen Krakau und Leipzig, LIA und Spinnerei Leipzig im Jahr 2018 wurden im vergangenen Jahr Vorschläge für die Zusammenarbeit und den künstlerischen Austausch zwischen Städten veröffentlicht (sie gingen unter anderem bei Galeria Bunkier Sztuki und Art Agenda Nowa ein). Gleichzeitig hatte das Ministerium für Kultur und nationales Erbe die Idee, beispielsweise ein Programm literarischer Residenzen, die von der Villa Decius Association betrieben werden, für Künstler auf dem Gebiet der bildenden Kunst zu starten. Die Residenzen deutscher Künstler in Krakau waren somit eine Antwort auf die sehr wichtige Notwendigkeit, auf diesem Gebiet tätige Künstler auszutauschen. Die Schaffung eines Residenzprogramms für Künstler auf Initiative des NCU-Ministeriums für Kultur und nationales Erbe bietet die Möglichkeit, eine gemeinsame Verständnisplattform nicht nur mit Partnerstädten aufzubauen, zu denen auch gehören Leipzig, aber auch andere wichtige kulturbildende Zentren aus Europa und der Welt. Wohnaufenthalte spielen eine viel größere Rolle als kurze Studienbesuche, ihre Ziele sind komplexer und messbar und befriedigender.

Künstlerische Residenzen sind eine seit langem bekannte Form der Ausübung verschiedener Kunstbereiche außerhalb des Wohnortes. Residenzen können mehrere Wochen bis viele Monate dauern, und die Organisatoren stellen dem Künstler häufig einen Arbeitsplatz, Werkzeuge zur Verfügung, die für die Umsetzung des Projekts erforderlich sind, und / oder ein Stipendium, um in jedem Fall zu bleiben. Es geht um Austausch: Der Bewohner erhält die Möglichkeit, seine künstlerischen Aktivitäten bequem auszuführen, und zeigt im Gegenzug seine Auswirkungen, z. B. bereitet eine Ausstellung oder Präsentation vor, führt Workshops oder eine Reihe von Treffen durch.

Małgorzata und Marcin Gołębiewscy von der East Arts Foundation, die seit sieben Jahren das Krakauer Galeriewochenende KRAKERS durchführt, nahmen die Einladung zweier deutscher Künstler und die Organisation ihres Aufenthalts in Krakau begeistert an. Die monatliche Residenz (1.-30. April 2018) von Künstlern, die mit dem Leipziger Internationalen Kunstprogramm verbunden sind, war sowohl für sie als auch für die Organisatoren von Vorteil, indem Kontakte in beiden Umgebungen hergestellt, ein gemeinsamer Dialog und Erfahrungsaustausch während der Vorbereitung der Ausstellungen geführt wurden. Die Künstler Maria Schumacher und Sebastian Gögel hatten die Gelegenheit, junge Schöpfer kennenzulernen, zeitgenössische polnische Kunst, kulturelle Einrichtungen sowie die kulturelle Tradition und Besonderheit der Stadt kennenzulernen.

Zum ersten Mal in ihrem Leben besuchten Künstler Polen und damit Krakau und waren sehr beeindruckt von der Architektur und Atmosphäre der Stadt. Während der Residenz hatten sie die Möglichkeit, an Einzelausstellungen zu arbeiten. Der erste von ihnen – „Krakauer Blatter“ von Sebastian Gögela – fand in der Potencja-Galerie während des diesjährigen Krakauer Galerie-Wochenendes KRAKERS 2018: CHANGE (20.-22. April 2018) statt. Dank der engen Zusammenarbeit mit Karolina Jabłońska, Cyril Polaczek und Tomasz Kręcicki war die Ausstellung sehr erfolgreich und wurde in die Top 15 der attraktivsten Ausstellungen der diesjährigen Ausgabe des Krakauer Galerie-Wochenendes aufgenommen. Die auf der Ausstellung präsentierten Werke entstanden in Krakau im Atelier von Stanisław Wyspiański an der Ul. Krowoderska 79.

Die Ausstellung von Maria Schumacher fand vom 8. bis 28. Juni 2018 im Hauptquartier der Art Agenda Nova statt. Der Anreiz für die Schaffung außerhalb des Wohnprogramms bestand in der Gelegenheit, mit dem Assistenzprofessor des Animationsfilmstudios der Abteilung Grafik der Krakauer Akademie der bildenden Künste – dr hab. Robert Sowa. Unter seiner Aufsicht lernten Maria Schumacher und andere Studenten aus Polen und dem Ausland, wie man Stop-Motion-Animationen vorbereitet und erstellt. Dank der Zusammenarbeit mit Dr. Hab. Robert Sowa, die Künstlerin, hatte die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu erweitern, die sie auf der Juni-Ausstellung präsentierte.

Während ihres Aufenthalts in Krakau kamen Maria Schumacher und Sebastian Gögel sowohl mit nationalen als auch mit kommunalen Institutionen sowie mit dem Umfeld privater Galerien und Kunstinitiativen in Kontakt. Die Künstler besuchten das MOCAK Contemporary Art Museum, die „Bunkier Sztuki“ Galerie für zeitgenössische Kunst, das Nationalmuseum und den TPSP Palace of Art. Diejenigen, die die Topographie der Stadt kennenlernen wollten, sahen neben dem Zentrum von Kazimierz und Podgórze auch Nowa Huta.