PERSONA – LIA Summer Show im LFN

LIA Summer Show PERSONA PERSONA PERSONA, war diesmal zu Gast im LADEN FUER NICHTS!

Eröffnung mit Performance, Live-Zeichnen, Musik und Getränken, am Donnerstag, den 18. Juli 2019, von 17:00-23:00 Uhr

Ausstellung geöffnet am 19. & 20. Juli 2019,
von 11:00-18:00 Uhr

Ort: LADEN FUER NICHTS
Spinnereistraße 7, Halle 18, 04179 Leipzig

 

LIA-Leipzig International Art Programme lud am 18. Juli 2019 ab 17:00 ein zur Sommerausstellung PERSONA PERSONA PERSONA im LADEN FUER NICHTS. Gezeigt wurden ausgewählte Gemälde, Zeichnungen, Drucke, Collagen und Keramikobjekte von sechs Künstlerinnen, die in der Künstlerresidenz zu Gast waren:  Stella Margarita aus Brasilien (Malerin), Anastasia Warren aus den USA, Stipendiatin der School of Visual Art New York/Visual Critical Studies  und die vier Studentinnen der New York Academy of Art, Anne Herrero, Anna Park, Lujan Perez und Natalie Terenzini. Am Eröffnungsabend gab es eine Performance von Anastasia Warren, die sich mit dem Material Ton beschäftigte. In lockerer Atmosphäre gab es bis in den Abend hinein für die Gäste Musik und Getränke.

Mit freundlicher Unterstützung vom LADEN FUER NICHTS
(Uwe-Karsten Günther und Julia Schmidtke)

The this year’s scholarship holders of the New York Academy of Art Summer Residency: Anne Herrero, Lujan Perez, Anna Park, Natalie Terenzini

Über die Künstlerinnen:

Anne Herrero wurde in Berkeley, Kalifornien, geboren und studiert an der New York Academy of Art. Sie arbeitet mit Live-Malerei, nach klassischer Tradition; das Zeichnen und Malen in dieser Form entspricht ihrem Interesse, sich auf sinnliche Weise mit der physischen Welt auseinander zu setzen. Annes Zeichnungen und Gemälde sind im Pathos verwurzelt. Sie konzentriert sich dabei auf die Bedeutung des Lichts in ihren Stillleben und auf das Erzählen in ihrer figurativen Arbeit. Diese beiden Themen werden durch kontemplative Kompositionen und eine begrenzte Palette verbunden und sind größtenteils von Andrew Wyeths Sensibilität und von Heideggers Idee der „Weltenbildung“ inspiriert. Durch diese Bildentwicklung versucht Anne Herrero, eine psychologische und meditative Atmosphäre zu schaffen.

Die aus Uruguay stammende Malerin Stella Margarita lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien. In ihren Gemälden fluktuieren Körper, gesichtslose Figuren, ungewöhnliche Rahmen, der Raum und eine unbestimmbare Zeit. Als Motive sind Figuren ohne Boden und Horizont erkennbar, die von jeglicher Äußerlichkeit ausgeschlossen zu sein scheinen, nur sich selbst und ihren Zustand erkundend. Jedoch passen sie nicht vollständig in den kleinen Raum, der ihnen gewährt wird. In ihren alltäglichen Bewegungen und banalen Gesten wirken sie bisweilen gewalttätig, manchmal gar verliebt. So verdichtet sich auf Stella Margaritas Leinwänden die Erfassung aufkommender, flüchtiger Gesten und Welten, die möglich oder erfunden sein können und den Betrachter in Spannung versetzen.

Anna Park ist eine amerikanische Illustratorin und Studentin der New York Academy of Art. Bereits als Kind zog sie um die halbe Welt und als junger Erwachsener quer durch das Land, was eine ständige Anpassung an die jeweiligen Lebensumstände, die Menschen und die Kulturen erforderte. Annas Verlangen ist es, Kunst zu schaffen, die jede dieser Welten und die vielen Versionen von ihrer selbst, widerspiegelt. Die von ihr geschaffenen Figuren, die als Stellvertreter fungieren, entstammen häufig Trivialfotografien, die in Sozialen Medien zu finden sind. Park entscheidet sich bewusst, sie Protagonisten für ihre Zeichnungen zu nutzen, sie aber mittels digitaler Bildbearbeitung zu verzerren, ihre Gesichter zu verschleiern und sie als in den Hintergrund hinein- und herausschmelzend darzustellen. Das tiefe Maß an Intimität wird dabei vom Medium, der Holzkohle, unterstrichen. Eine Metapher über das Risiko des Verlusts von Identität und unerwarteter Brüche im Leben.

Lujan Perez, geboren im spanischen Madrid, zog 1997 nach Florida und studiert derzeit an der New York Acamdeny of Art. Im Frühjahr 2015 schloss sie ihr Studium der Druckgrafik an der University of Central Florida mit einem Bachelor of Fine Arts ab. Natur- und Pflanzenleben sind eine Konstante in ihrer Kunst und durchdringen ihr künstlerisches Schaffen, das durch innere Turbulenzen und die ständige Infragestellung der persönlichen Herkunft navigiert und die eigene Verwurzelung erkundet, die durch ein nomadisches Aufwachsen und wechselhafte Lebensumstände geprägt wurde. Luján Perez und ihre Arbeit kreisen um die Idee, ein physisches und psychisches Zuhause, ein Nest, inmitten von Unsicherheit zu finden. Selbstporträts sind hierbei ein wichtiger Bestandteil der Arbeit und ein Mittel zur Untersuchung auf dieser Reise.

Die amerikanische Malerin Natalie Terenzeni ist Studentin an der New York Academy of Art. In ihrer künstlerischen Praxis behandelt sie alltägliche Erfahrungen und Begegnungen und versucht tief in diese Welt einzutauchen. Dabei erforscht sie, auf welche Weise sie und andere Menschen miteinander umgehen und mit den Räumen um sie herum interagieren. Mit Wahrnehmungsmöglichkeiten spielend, besteht das Ziel darin, ihre Motive und Umgebungen so zu verzerren, dass sie sich ihrer Realität gegenüber aufrichter offenbaren können. Natalie Terenzini verwendet vertraute Orte und Personen als Motive ihres Prozesses: durch Aufbauen und Überarbeiten der Gemäldeoberfläche schafft sie eine Welt, die weniger entwickelte und weiterentwickelte Passagen aufweist, ähnlich wie die Welt in der Erinnerung.

Die in der Bronx geborene Anastasia Warren lebt und arbeitet in New York City und in den letzten sechs Monate in Leipzig. Sie erhielt ihren BA in Visual Critical Studies (VCS) an der School of Visual Arts New York. Warrens Arbeit untersucht Identität, Gerechtigkeit und Prozesse von Nachahmung. Ihre Arbeiten sind bislang im Magazin Afropunk und in der Ausstellung Black Women Artist for Black Lives Matter des New Museum of Contemporary Art gezeigt. Anastasia Warrens Medien sind vielfältig und umfassen Foto und Video, Performance, Skulptur, Kuration und Schreiben. Ihr geht es insbesondere darum, die Beziehungen zwischen sensorischen Phänomenen und schwarzen Identitäten zu untersuchen, welche in Vorstellungen von Gewalt und Freiheit kulminieren. Sie ist daran interessiert, in diskriminierende Praktiken im akademischen bzw. institutionellen Bereich einzugreifen sowie auch, sich mit Vorliebe in Ton zu wälzen.

 

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